Notizen
So weit es Koppenbrinks Zeit zulässt, notiert sie, was ihr während ihrer Performance Tätigkeiten begegnet. Auch über die Arbeit an ihren Werken führt sie Buch. Manchmal sind es nur wenige Zeilen, manchmal detaillierte Beschreibungen. Oft muss sie entscheiden: Soll sie Buch führen, fotografieren, Tonband-Aufzeichnungen machen oder sich dem Fluss der Dinge überlassen. Hier entsteht die Balance zwischen Gegenwart,Vergangenheit und Zukunft, so gut es geht...
"be Berlin, be together"
Das Projekt “ be Berlin, be together” passt folgerichtig in die Reihe der Werke, die Koppenbrink in den vergangenen Jahren bearbeitet hat. Über den kritischen Blick, über karikierende Akzentuierung, über Verfremdung von Denkmalen schafft sie Verbindung zu einer Idee von Zukunft. Immer wieder stellt sie die Frage, wie selbstbestimmt und respektvoll Menschen mit Menschen leben können. Mit der Berührung der “ Separation Wall” in Jerusalem hat die Serie “tell me about victory” angefangen, mit der Erinnerung an den Fall der Mauer im eigenen Land wird die Folge sicher noch nicht beendet sein.
The wall
Begegnung mit einer gleichaltrigen Frau am Bahnhof Bad Salzuflen. Sie schwärmt. "Fahren Sie nach Vahrenholz im Kalletal. Da haben Sie alles, was Sie brauchen. Wirklich. Was soll man so weit in die Welt ziehen. Wenn man etwas erleben will, bietet Vahrenholz zu jeder Zeit Abwechslung und Erholung genug." Dass ich hier gerade zu meiner Performance in Jerusalem aufbreche, behalte ich für mich..
Tell me about victory
Die Serie beschäftigt sich mit der Irrationalität von Sieg und Niederlage, zunächst rein materiell, als Buchstabenereignis. Es ist immer wieder dieser Satz, der auf historisch bedeutungsvolle Kulisse projiziert, gesprayt, gehängt wird. Ohne Rücksicht auf geschichtsträchtige Ehrwürdigkeit. Was heißt hier: Sieg? Kein Ding wird erobert, um auf der Stelle stehen zu bleiben und dauerhaften Glanz zu verbreiten. Jede heroische Tat wird durch die nächste in den Schatten gestellt.
DB Ortung
Das Programm: Mit der Deutschen Bahn fahren, ohne zu bezahlen. Das Ziel: Auf Straßenkinder bzw. arme Leute aufmerksam machen. Straßenkinder also, die sich eine Einzelfahrkarte nicht leisten können und schon gar keine dieser Schönfärbe-Tickets, die auf besondere Luxusbedürfnisse zugeschnitten sind.
Shanghai 10. April
Also das vorweg. Die Reise musste verschoben werden.. Ich bin nicht nach Shanghai geflogen. -..Gehen Sie ins Gefängnis. Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine 4000 Euro ein, warten Sie, bis eine neue Ereigniskarte Sie erlöst..- Monopoly Gedanken in meinem Kopf. Auch Monopoly kann man nicht mit sich selber spielen.
London 07. - 11. März
Der Flug ist eine einzige Katastrophe. Ich gebe zu, dass ich nicht angstfrei bin. Wegen schlechter Sicht haben wir Verspätung. Erst eine habe Stunde vor Mitternacht gehen wir an Bord, das sind zwei Stunden Wartezeit. Vor mir auf dem Platz ganz ohne Nachbarn, ein Moslem. -Wenn er das Messer zückt, denke ich, was machst du dann?
